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Türkei: Durchmarsch der Reaktion befürchtet

Den Putsch gab ihm sein Gott, so freute sich Erdogan.
Die AKP hat nun durch mehrere Spitzenvertreter angekündigt, in der Türkei im doppelten Sinn reaktionär durchzugreifen. So soll die sich bietende Gelegenheit zur erdoganschen Gleichschaltung genutzt werden. Damit ist eine fehlende Kompatibilität der Türkei mit Europa, der EU noch stärker, mit zunehmender Tendenz feststellbar.
Im Grunde war ab dem Moment, da Erdogan den Konfikt im Nachbarland Syrien mit dem Ziel eines Regimewechsels und der Staatszerschlagung aktiv unterstützte klar, der Sog des Konfliktes wird die Türkei in die Arabische Welt hineinziehen, seit den 90 Jahren arbeiten Araber mit viel Geld an diesem Ziel. Zudem hat Erdogan gleich weitere Fehler begangen, Kurdenkonflikt ausgelöst, Islamisten in Syrien unterstützt, Konfikt mit Rußland aufgebaut, Erpressung gegen die EU... in der Summe ziemlich kopflos und der Fehler zuviel.
Die Türkei ist das einzige sunnitische Land, dass aufgrund der bisherigen Sonderstellung und Westbindung nicht der sunnitischen Arabischen Liga angehört. Dieser Umstand ist den USA viel wert, den Saudis offensichtlich nicht weniger. Die beiden Partner befinden sich in der Türkei im Wettbewerb, die USA lassen aber Deutschland (die EU) die Zeche zahlen. Bereits die Tatsache das 1961 Türken nach Deutschland geholt wurden, wie nun die Flüchtlingswelle 2014 /15 dürfte nicht ohne den Druck der NATO Füührungsmacht geschehen sein.
Seit den 90ern ist klar, das Land wird entweder eine sozialistische oder eine bürgerlich demokratische Revolution erleben oder wird arabisiert, letzteres ist geschehen. Der Westen hat durch seine Helfertätigkeit für die Scheichs gegen die arabischen Abweichler (aus Sicht der Saudis) wie in Syrien, Libyen, Irak den feudalen religiösen Kräften einen großen Dienst erwiesen. Gerade diese Länder waren neben dem Tunesien, Libanon, Ägypten und Algrien prädestiniert ein Antifeudales modernistisches Bünsniss zu schmieden...
Es geschieht in der Hemnisphäre viel Gleichschaltung im Sinne der Feudalstaaten. Warlords waren auch in Europa bis in die beginnende Neuzeit hinein (die Bauernschlächter von einst, gehören heute zum Hochadel, die Schlächter wurden mit Ländereien, Titel und Previlegien ausgezeichnet) der Grundstock eines Feudalsystems. Das Ziel der Araber eine technische Moderne mit einem politischen Feudalsystem, nach dem Motto Demokratie, Kritik, Mitbestimmung ist allenfalls, wenn überhaupt etwas für Europäer. Da Geschäfte mit Politik verknüpft werden, ist dies auch nicht für uns gut.
Durch finanzielle Unterstützung kommt es auch zum Demokratieabbau im Westen:
Der Kapitaleinfluß der Scheichs ist mit politischem Einfluß verbunden, nicht nur auf die Türkei oder Albanien.
Auch auf die US Politik, die englische und französische Politik und die deutsche Wirtschaft ist der Einfluß erheblich. So waren die Scheichs dem Bush Clan sehr verbunden aber auch den Clintons. Zwar ist die Finanzierung aus dem Ausland in den USA illegal, jedoch ist die Moral dort inzwischen bei den Eliten sehr niedrig, wenn es alle machen, dann auch ich, sonst bin ich verloren... immerhin gaben die Clintons 2008 insgesamt 25 Mio Dollar Transfer aus Saudi Arabien zu und aktuell stellen die Saudis 20% der Clintonschen Wahlkampfkosten. 25. Mio in nur einem Jahr! Clinton gilt im Gegensatz zu dem eher diplomatischen Obama und dem isolationisten Trump als harter Hund und Interventionistin fest. Die Einflußnahme der Araber funktioniert nicht über die Presse, wie etwa bei den jüdischen Versuchen den öffentlichen Diskurs zu dominieren, sondern hinter verschlossenen Türen, ganz feudal und diskret. Frau Clinton möchte 2,5 Milliarden Dollar in ihrem Wahlkampf aufgebracht haben.
Saudis und die Emirate sind auch in Deutschland nicht ohne Einfluß. So besitzen Sie große Aktienpakete deutscher Konzerne und verfügen über Zugang zu Politik und Wirtschaft (wie jüngste Waffengeschäfte erneut belegen).
Türkei in der Krise und weg von der EU:
- statt 40 Mio Touristen wird die Türkei in diesem Jahr nur noch 15 Mio? Statt 30 Milliarden Einnahmen nur 10 Milliarden? Viele Hotels haben bereits aufgegeben, der Handel in Antalya und Kemer ist am Boden. Ein Großteil der Touristen stellen inzwischen die Auslandstürken, neuderdings verstärkt Araber und ein harter Kern der unpolitischen Liebhaber von viel Leistung, allinclusive, Sonne, Strand, Meer für wenig Geld. 
- die Lira im schlechten Wechselkurs, galt der Wechselkurs 2 Lira 1 Dollar als wichtig, liegt die Lira nun bei 3:1 wie bereits im September, wie bereits zum Jahreswechsel
- die ausländischen Direktinvestitionen belaufen sich noch immer auf ca. 50% des Niveaus vor der Krise 2007, eher mit fallender Tendenz, arabische Investitionen waren vor allem im Bausegment zu sehen. Das ist Entwicklung und Prestige aber nicht innovativ. Nach Angaben der Türkischen Zentralbank setzte 2014 sogar ein Kapitalexport ein, auch in die EU.
- Arbeitslosigkeit nimmt zu, das Armutsrisiko nimmt zu
- der Krieg gegen die PKK und die Kurden wurde ohne Not wieder begonnen.
- der Einfluß der Mafia bleibt extrem hoch (die Schlepperbanden..) diese soll 25% der türkischen Wirtschaft beherrschen
- der Einfluß der religiösen Moral- und Sittenwächter steigt an
- die demokratischen Kräfte sind inzwischen erheblich zurückgedrängt, wie auch die Arbeiterbewegung sehr unterdrückt und kontrolliert ist, Minderheiten haben große Probleme, Journalisten sowieso...
- die internationalen Beziehungen sind nicht so toll (zur EU, Rußland, China, Syrien, Iran)
- EU - Visa, das ist vermutlich Geschichte
- sämtliche weitere Bemühungen die Türkei an die EU anzunähern würden mit der Reaktion beerdigt.
 
Gibt es einen Weg zurück?
In absehbarer Zeit und mit Erdogan nicht - zwar hat er bereits einige überraschende Wendungen gemacht, meist erwiesen sie sich jedoch nur als berechnete Etappe, bis er hat, was er braucht, dann gehts weiter am Plan osmanisches Reich 2.0. Im Westen nimmt das keine Regierung ernst, jedoch ist das sehr ernstzunehmend und bedrohlich. Wer jemals offen und ehrlich mit nationalistischen (ob kemalistisch oder osmanisch) Türken gesprochen hat, der dürfte es bereits seit Jahrzehnten wissen. Jeder Schaden den das kleine Griechenland in der EU verursacht hat, würde vom EU Mitglied Türkei potenziert. Die Aufnahme der Türkei ist keine europäische Idee, es ist eine transatlantische Idee und die Idee einzelner Konzerne. Seit  Das die Türkei das komplett versemmelt war der einfachste Weg raus, Erdogan sei Dank ist es nun so weit.
Die Türken werden zu einem guten Teil zu Erdogans Zeiten hinter ihm stehen, ob es einen Nachfolger gibt bleibt fraglich, wahrscheinlich wird das System spätestens nach seinem Ableben zusammenbrechen, zu diesem Zeitpunkt kann die EU wieder sinnvolle Offerten machen, es sei denn die Türkei ist nach weiter in die Vergangenheit gedriftet.
Erdogan kann nun nur noch von seiner eigenen Eitelkeit gestürzt werden, wenn er es damit und mit seiner ansonsten rel. akzeptierten Vetternwirtschaft übertreibt, die Wirtschaft weiter berab geht, die Probleme mit den Flüchtlingen eskalieren, die Kurden ggf. politisch militärisch gut aussehen... bekommt er Probleme, Islam hin oder her, gehts den Türken schlecht wird heftig protestiert, wer die Türkei kennt dem ist bekannt ... dann sind schnell Millionen auf der Straße. Es ist auch kaum vorstellbar, dass die modernen Türkinnen eine weitere islamisierung einfach schlucken werden.
 

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