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Köln goes China: Spitzentreffen von OB mit Pekinger Stadtregierung

Neue Projekte in den Bereichen Bildung und Umweltschutz vereinbart

 

Bei ihrem Besuch in der Partnerstadt Peking sind Oberbürgermeister Jürgen Roters und

die Delegation der Stadt Köln am Samstag, 22.Februar 2014, von dem chinesischen

Spitzenpolitiker Guo Jinlong und führenden Vertretern der Stadtregierung Peking empfangen

worden. Das Treffen in der Pekinger Stadtzentrale unterstreicht die hohe Bedeutung,

die die Stadt Peking der Zusammenarbeit mit dem Partner Köln beimisst.

Der frühere Pekinger Oberbürgermeister Guo Jinlong ist seit Juli 2012 Parteisekretär

für die Stadt Peking und damit in der Bedeutung einem Ministerpräsidenten gleichzusetzen.

Bei dem Zusammentreffen hob Guo „die lange und freundschaftliche Beziehung“

zwischen Köln und Peking hervor und betonte den Willen zu einer „substanziellen

Kooperation“ insbesondere in den Bereichen Umweltschutz sowie Schule und Bildung.

Eine große Bedeutung komme außerdem dem kulturellen Austausch zu. Nach dem Auftritt

vieler chinesischer Künstler beim Chinajahr 2012 in Köln sei nun die Asienreise des

Kölner Gürzenich-Orchesters eine hervorragende Gelegenheit für die Pekinger Bevölkerung,

einen Einblick in den kulturellen Reichtum der Partnerstadt zu erhalten. Das

Gürzenich-Orchester unter der Leitung von Markus Stenz gastiert im Rahmen seiner

Asientournee am Sonntag im National Center for the Performing Arts in Peking. „Die gute

Entwicklung unserer Partnerschaft gründet auf Vertrauen und den regelmäßigen Begegnungen,

die die Verantwortlichen unserer Städte pflegen“, betonte Guo.

Vor allem in den immer stärker drängenden Fragen des Umweltschutzes, der Luftreinhaltung

und der Abfallwirtschaft setzt die 21-Millionen-Einwohner-Metropole Peking auf

die konkrete Zusammenarbeit mit Köln. Bis zum Jahr 2015 will sie unter anderem 43

neue Anlagen für Abfallverwertung und Recycling errichten. Neben technischen Lösungen

ist auf chinesischer Seite vor allem auch Know-how beim Betrieb und der Organisation

solcher Anlagen gefragt. Auf der Grundlage der im Dezember letzten Jahres abgeschlossenen

Kooperationsvereinbarung verständigte sich Kölns Beigeordnete für Umwelt,

Soziales und Integration, Henriette Reker, mit der chinesischen State Administration

for Foreign Experts Affairs (SAFEA) auf ein umfangreiches Aktionsprogramm:

1. Sobald wie möglich werden technische Experten aus Köln in Peking Möglichkeiten zur

Optimierung des Betriebs und der Instandhaltung von Anlagen der Abfallwirtschaft ermitteln.

2. Nach Aufstellung eines Ausbildungsplans werden chinesische Fachleute in Köln fortgebildet.

3. Die Ergebnisse dieser gemeinsamen Arbeit werden Ende 2015 in einer Fachkonferenz

in Peking vorgestellt.

4. Eine mit hochrangigen Vertretern aus Peking und Köln besetzte Koordinierungsstelle

treibt die Ergebnisse voran, sichert sie und gewährleistet die Nachhaltigkeit.

Bei den Verhandlungen mit den chinesischen Fachleuten wird Reker unter anderem

vom Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Köln, Dr. Dieter Steinkamp, und

dem Geschäftsführer der Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln, Andreas

Freund, sowie einem Experten des Kölner Umweltamts unterstützt.

Hohes Interesse hat die Stadt Peking außerdem an der Zusammenarbeit in den Bereichen

Schule und Ausbildung sowie an einer Intensivierung der Austauschprogramme

von Schülern und Lehrern. Eine Delegation unter Führung von Schuldezernentin Dr.

Agnes Klein führte deshalb Gespräche mit der Bildungskommission der Stadt Peking

und besuchte unter anderem die internationale „National Day School“, die Austauschprogramme

mit dem Leonardo-Da-Vinci-Gymnasium und der Europaschule in Köln hat.

„Das deutsche Bildungssystem und insbesondere die duale Berufsausbildung haben eine

hohe Vorbildfunktion für die chinesische Seite. Deshalb ist der intensive Austausch gefragt“,

erklärte Dr. Klein. Der Besuch soll deshalb in der Unterzeichnung einer konkreten

Bildungsvereinbarung mit Peking münden. Daneben wird Oberbürgermeister Jürgen

Roters am Montag bei einem Treffen mit dem neuen Pekinger Oberbürgermeister Wang

Anshun einen erneuerten Städtepartnerschaftsvertrag sowie Umwelt- und Wirtschaftsvereinbarungen

unterzeichnen.

Die Kölner Delegation wurde in Peking außerdem in der Deutschen Botschaft von

Botschafter Michael Clauss empfangen. „China befindet sich im Umbruch“, erklärte

Clauss. „Nachdem das Wachstumsmodell der Staatsführung an seine Grenzen stößt,

konzentriert sich das Land verstärkt auf wirtschaftliche Liberalisierung und die drängenden

Fragen von Umweltschutz und Luftreinhaltung. Hier bieten sich für die deutschen

Kommunen und deutsche Unternehmen neue Felder für konkrete Projekte und Kooperationen.“

„Bei unserem Austausch geht es um ganz zentrale kommunale Themen“, unterstrich

Oberbürgermeister Jürgen Roters. „Wir bieten Peking gerne unsere Zusammenarbeit

und unser Know-how an. Dabei kommen wir nicht als Mildtäter, sondern sehen uns als

Partner. Denn auch unsere Wirtschaft und unsere Unternehmen sollen von dieser Zusammenarbeit

profitieren.“ So wird Wirtschaftsdezernentin Ute Berg ein Memorandum of

Understanding mit dem Generaldirektor für Wirtschafts- und Handelsbeziehungen Lu

Yan unterzeichnen, mit dem der Boden für neue wirtschaftliche Kooperationen zwischen

deutschen und chinesischen Unternehmen bereitet werden soll. Beide Seiten verpflichten

sich außerdem dazu, sich bei wirtschaftsbezogenen Veranstaltungen zu unterstützen.

Um den hohen Stellenwert zu unterstreichen, den die Städtepartnerschaft Köln-Peking

für den Rat und die Verwaltung der Stadt Köln hat, wird Oberbürgermeister Roters von

den vier Ratsmitgliedern Bürgermeisterin Angela Spizig (Bündnis 90/Grüne), Bürgermeister

Manfred Wolf (FDP), dem stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Axel

Kaske (SPD) und dem stellvertretenden CDU-Fraktionsvorsitzenden Karl-Jürgen Klipper

sowie den Beigeordneten Ute Berg (Dezernat Wirtschaft und Liegenschaften), Dr. Agnes

Klein (Dezernat Bildung, Jugend, Sport) und Henriette Reker (Soziales, Integration,

Umwelt) begleitet. In der Delegation sind auch der Vorsitzende der Geschäftsführung

der Koelnmesse, Gerald Böse, der Geschäftsführer Internationales der Industrie- und

Handelskammer zu Köln, Alexander Hoeckle, sowie hochrangige Vertreter des

Flughafens Köln/Bonn, der Deutschen Bank und Lanxess China, die Direktorin der Gesamtschule

Zollstock und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachverwaltung vertreten.

Für die Lufthansa als Partner des Gürzenich-Orchester Köln ist Finanzvorstand Simone

Menne mit in Peking.

Vor dem Besuch in der Partnerstadt war Oberbürgermeister Jürgen Roters bereits in

Shanghai mit dem Vize-Direktor des Büros für Internationale Zusammenarbeit der Stadt

Shanghai, Chen Kai, zu einem Gespräch zusammengetroffen. Das Gürzenich-Orchester

Köln feierte im Shanghai Grand Theatre einen umjubelten Auftritt. Zuvor hatte die Stadt

Köln führende Wirtschaftsvertreter zu einem Business-Empfang eingeladen. Dabei hob

der Deutsche Generalkonsul Dr. Wolfgang Röhr das China-Engagement der Stadt Köln

als besonders vorbildlich. 

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