Sie sind hier

Vor 5 Jahren: Antifaschisten in Porz 2009 unter Beschuß

Ein paar Kracher
Ende Juni 2009 wurde in der Nacht in Köln Porz Zentrum in der Bahnhofstr.  zunächst die Fensterscheibe eines Hauses beschossen. Als der Mann nach draussen ging, um den oder die Täter zu stellen, schwirrten weitere Geschosse, einige prallten gegen das Auto des Paares und verhinderten so, das es zu Verletzungen kam. da das Auto unmittelbar vor dem Haus stand. Die Bahnhofstrasse war zwischen Kreisel und S Bahnhof menschenleer, auch auf dem Dach der gegenüberliegenden Moschee und des Wohnhauses gegenüberliegend war kein Mensch zu sehen, auch waren alle Fenster des gegenüberliegenden Gebäudes geschlossen. Definitif mussten die Geschosse aus einem Winkel von max 45 Grad gegenüberliegend gekommen sein, bis zur Kaiserstrasse war kein Mensch zu sehen. Die Frau benachrichtigte telefonisch die Polizei, diese traf später ein und nahm den Fall in Augenschein. Die Frau erstattete Anzeige gegen unbekannt, ein Anwalt wurde beauftragt.
Die Polizei traute Rechtsextremisten keinen Beschuß zu
Die Polizisten glaubten nicht an einen rechtsextremistischen Hintergrund, das würde nicht zu den Rechtsextremisten passen und wäre dann eine ganz neue Qualität. Das Verfahren wurde eingestellt. Das Kleinkaliber hätte selbst aus der Entfernung Schaden anrichten können, es durchschlug 2 Scheiben eines Dreischichtglases und deformierte das Blech eines roten Citroen. Zwei Jahre später kam die NSU, eine vom Staatsschutz angeleitete Naziterrorzelle an die Öffentlichkeit und im Zuge dessen wurde einiges an Naziattacken auch der Jahre 2009 zu Tage gebracht. Bei den Festnahmen der Kameradschaftsmitglieder auch im Rheinland im Zuge der NSU Affäre wurden unter anderem Schusswaffen sichergestellt. Der Vorfall wurde nicht weiter aufgerollt.
Gewaltbereite rechtsextreme Elite marschierte just an diesem Ort
Eine Kameradschaft hatte mit knapp 50 Teilnehmern unter Leitung des bundesweiten Top Kaders der Neonazis: Christian Worch just vor dem Haus wenige Jahre (2006) zuvor, geschützt von über 2.000 schwer gepanzerten Polizisten, gegen die Moschee und gegen Antifaschisten in Köln Porz demonstriert. Die Demonstration wurde trotz der geringen Beteiligung von der Polizei durchgesetzt, der Stadtteil Eil und der Stadtteil Finkenberg wurde komplett abgeriegelt und der kleine Nazizug von schwer gerüsteten Polizisten links und rechts in Viererreihen geschützt. Wie ein Staatsgast der durch ein feindliches Gebiet geleitet wird - so war es wohl auch. Der Bewohner des Hauses war am Zustandekommen der Gegendemonstration (von CDU bis Antifa) stark beteiligt. Allerdings war in dieser Situation ein verhindern des Nazizuges unmöglich, hierzu hätten wenigstens 5.000 Porzer die Strassen blockieren müssen, es kamen aber nur ca. 1.000 Porzer und Kölner. Wahrscheinlich wären die Polizeikräfte selbst gegen eine friedliche Blockade angeführt vom Bezirksbürgermeister Willi Stadoll (Gewerkschafter und SPD), der an der Demo vorne mit teilnahm vorgegangen. Solch ein Manöver gelang bislang leider nur in Dresden und dort werden diejenigen bis heute vom Staatsschutz verfolgt denen es gelang den Nazimarsch zu stoppen gegen offensive und massive Polizeikräfte. So war das in Porz nicht angelegt, obwohl es möglich gewesen wäre, hätte man noch die Vereine mobilisieren können und die ganzen Communities der Migranten aus dem Großraum Köln, dann hätten selbst 3.500 Polizisten den Nazimarsch nicht garantieren können. Aber hätte, hätte Fahradkette...
Zusammenhang?
Ein Zusammenhang ist natürlich wie immer nicht zu erkennen, der Bewohner des Hauses hatte bereits seit Mitte der 80er Jahre auch über Christian Worch Artikel veröffentlicht und bereits 1986 eine antifaschistische Demonstration in Porz organisiert um ein Skinheadtreffen zu verhindern. Er wurde erstmals 1985 in Porz Rechtsextremen angegriffen und war daraufhin mehrfach mit der Vertreibung von Rechtsextremisten beschäftigt. Der starke antifaschistische Widerstand gegen das Aufkeimen (Republikaner, rfs,NPD) Mitte/ Ende der 80er bis Mitte der 90er wurde unter anderem in Köln angeleitet. Seit ca. 30 Jahren hat er beständig in Sachen Antifa die Kölner mobilisiert, nach dem Brandanschlag in Solingen auch NRW Gruppen zusammengeführt und so weiter. Diese Geschosse waren sicherlich zur Warnung oder gar zur Einschüchterung gedacht. Nicht allen gefällt die Aktivität.
Porz hat eine über Jahrzehnte entwickelte antifaschistische Kultur
Bereits in den 80ern gab es an allen weiterführenden Schulen in Porz Antifa Schülergruppen, dies wurde dann in Köln und Umland verbreitet. Bis heute ist der Antifaschismus an allen Gymnasien und der Gesamtschule inzwischen ein etablierter Bestandteil zur politischen Beswußtseinsbildung. Porzer Schulen wurden bundesweit mehrfach für ihre mustergültigen antifaschistischen Projekte ausgezeichnet. Porz hat sich somit in den letzten fast 30 Jahren von einem Schwerpunkt der Rechtsextremen, gleichbleibend zu einer geschlossenen Hochburg des Antifaschismus aller demokratischen Kräfte, gewandelt. Dies soll auch so bleiben.
In Porz wurde noch Ende der 90er Jahre zwei Straßen nach den Helden des Kieler Matrosenaufstandes benannt (Albin Köbis und Max Reichspietsch), in Porz stellt sich die Bevölkerung der demokratischen Tradition Deutschlands. Auch wenn diese oft kommunistisch eigefärbt ist, was andernorts immer noch geleugnet wird. Zuletzt wurde dies eindrucksvoll bewiesen, als von den Parteien und kölner Flüchtlingsinitiativen im Januar 2013 ein Willkommensfest für Flüchtlinge in Köln Porz Urbach geschmissen wurde und auf der Stasse über 200 Antifaschisten eine Handvoll Rechtsextremisten einkesselten und mit Ihrer Propaganda untergehen liessen. In Porz sind fast alle Antifa, da in ihren Traditionen die CDU (Vorgänger Zentrum) die SPD (klar) und die Linke (Vorgänger KPD im weitesten Sinne oder SPD) und die Grünen (die es früher so nicht gab) an diesem Punkt einig sind- hier soll sich kein brauner Sumpf entwickeln, dass schafft man durch klares Auftreten in Einheit.
Die Hausbewohner
Beide Hausbewohner kandidierten 1994  für das Antifaschistische Bündnis/Alternative Liste in Köln, Jochen Geis war Spitzenkandidat in Porz und wurde in seinem Wohnveedel verhältnismäßig stark gewählt (ca. 3,5%). Ziel des Bündnisses war es die Wahlbeteiligung hoch zu bringen, tatsächlich war die Wahlbeteiligung in Köln angestiegen, Motto war "Jede Stimme gegen Rechts!"
Fazit:
es muss innerhalb des Staatsapparates mit großer Sicherheit eine Struktur geben, die dafür Sorge trägt, dass andere Teile des Staates Naziaufmärsche genehmigen, Naziaufmärsche unter Aufbringung massiver Kräfte durchsetzen und selbst große Angriffe auf Andersdenkende und Minderheiten im Nichts versiegen lassen (Nagelbombe in Köln Mülheim). Die dafür Sorge tragen, das terroristische paramilitärische Strukturen gedeckt und versorgt sind (siehe NSU). Diese Strukturen richten sich nicht gegen die Eliten (es sei denn im Fall das Abweichens, siehe Herhausen und Rohwedder was zunächst die RAF in die Schuhe geschoben wurde)
Diese Struktur besteht in Kontinuität und hat mehrere Republiken (bereits Hitler wurde von der Wehrmacht angeleitet und aufgebaut) überdauert. Der deutsche Staat wird diese Pest im eigenen Fleisch einfach nicht los. Der NSU Prozess in München wird zeigen, dass auch heute die Verantwortlichen im Dunkeln bleiben. Dieser Umstand sollte allen ehrlichen DemokratInnen zu denken geben. Eine Demokratie sollte für sich selbsverständlich beanspruchen, frei von diesen mit hochgradigkriminellen Methoden (geplanter Mord) manipulierenden Kräften im Staatsapparat zu sein.
Es gibt aktuell keine konkrete Information wie diese Zusammenhänge konkret all dies bewirken (geheime Dienstanweisungen an Richter??? oder wie hat man sich das vorzustellen, werden die geheimen Fakten entsprechend manipuliert vorgelegt???) und wo das Hirn dieser Zusammenhänge sitzt. Es muss, dass ist sicher, eine einflußreiche und mächtige, ungewählte und undemokratische Struktur im Dunkeln dieses Staates sein. Fraglich auch ob sich dies wie Gladio um eine internationale Nato Struktur handelt und/ oder um eine spezifisch deutsche Geschichte. Da es in anderen westlichen Staaten ähnliche Strukturen gibt, ist selbst dies nicht geklärt. Bislang wurde keine dieser Strukturen komplett aufgedeckt oder gar verboten. Wahrscheinlich leben alle, die ihr zu nahe kommen nicht mehr.  Es könnten sogar mehrere unabhängige Strukturen sein, die jedenfalls sehr gefährlich und einflußreich sind. Das läßt sich wahrscheinlich nur beenden, wenn mehrere Insider gleichzeitig an die Öffentlichkeit gehen, oder eine zukünftige Aufklärungsabteilung des Staates die Struktur aufdeckt.
Natürlich ist ein Beschuß in Porz durch die Rechtsextremen nicht nachgewiesen, es könnten auch andere gewesen sein ;-) So ist das mit Dingen aus dem Dunkeln, man weis es nicht und der einzelne Bürger hat kaum Möglichkeiten Licht ins Dunkle zu bringen. Daher kann dies nur eine Zusammenstellung von Kausalitäten und Indizien sein.

Theme by Danetsoft and Danang Probo Sayekti inspired by Maksimer